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Obdachlos im Herzen Europas

Brüssel – Das Europaviertel gehört zu den Toplagen in Brüssel, und dort hat sich Claude de Joncker einen der exquisitesten Flecken ausgesucht: Der 37-Jährige wohnt genau zwischen Schloss Neuschwanstein und dem Europäischen More »

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Kein Mensch ist Illegal

Sie leben nicht am Rande der Gesellschaft, sondern unsichtbar mitten unter uns. Man nimmt sie nur wahr, wenn man sie zufällig schreien hört. Papierlos oder in einem ungeregelten Aufenthaltsstatus warten sie jahrelang More »

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Kinder in Armut: Die Straßenkinder von Montevideo

Bildung ist in unserer Zeit kein Privileg mehr, sondern das Recht aller Menschen in Deutschland. Das fängt schon bei den Kleinen mit dem Kindergarten an. Bildung, dazu gehören Kindergarten, Schulausbildung, weiterführende Schulen, More »

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Volkshilfe “Nacht gegen Armut” im Wiener Rathaus

Nacht gegen Armut Ort: Wiener Rathaus 1010, Wien Datum: 10.05.2011 Zeit: 18:30:00 Vor sieben Jahren startete die Volkshilfe Österreich ihre Kampagne “armut tut weh.” für armutsbetroffene Menschen in Österreich. Seither konnte Tausenden More »

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Schweres Erdbeben und Tsunami in Japan

Das ganze Ausmaß der schweren Zerstörungen ist noch lange nicht absehbar. Die Bilder aus Japan sind erschreckend. Die Flutwelle, die vom Beben ausgelöst wurde, raste mehrere Kilometer landeinwärts und riss alles auf More »

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Lage der Jugendlichen weltweit desolat

Sie sitzen in Gefängnissen, werden zwangsverheiratet, leiden an Armut: Ein Großteil der Zehn- bis 19-Jährigen auf der Welt kämpfen gegen schwerwiegende Probleme, haben keine Hoffnung oder Perspektiven. Laut Unicef soll sich ihre More »

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Armut produziert keine Schlagzeilen

An Bahnhöfen, im Hauptbahnhof Bern zum Beispiel, sieht man plastisch, wie gut und schlecht es uns in der Schweiz geht. Der Reichtum zeigt sich in den Schlagzeilen am Kiosk: «Goldküste – nirgends More »

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Armut in Spanien nimmt rapide zu

Madrid, 17.02.2011 (KAP) Die spanische Caritas fordert die Regierung in Madrid zu mehr Einsatz im Kampf gegen die zunehmende Armut auf. In nur zwei Jahren habe sich durch die Wirtschaftskrise die Zahl More »

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Половина собственников жилья в России – потенциальные бомжи

Bildquelle: Uli Carthäuser / pixelio.de Вчера депутаты Госдумы обсудили возможные социальные конфликты, которые возникнут, когда граждане не смогут оплачивать свое жилье – отдавать ипотечные кредиты или платить за текущие коммунальные расходы. По More »

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Viele Sprechblasen

14,9 Prozent der Bevölkerung Luxemburgs waren 2009 armutsgefährdet. Das ergab das jährlich veröffentlichte Bericht über Armut und soziale Ausgrenzung. Legt man andere Kriterien an, steigt der Anteil der Bevölkerung jedoch noch weiter More »

Duschen auf Rädern

In der Millionenmetropole Moskau gibt es bisher nur drei Anlaufstellen, wo sich Wohnungslose waschen können. Die russisch-orthodoxe Diakonie will deshalb fahrbare Duschen einrichten. Doch das Projekt droht an der Bürokratie zu scheitern.

Im Hinterhof der orthodoxen Obdachlosenhilfe im Zentrum von Moskau steht Ilja Kuskows ganzer Stolz: ein weiß-blauer Bauwagen auf Rädern mit sechs nagelneuen Duschkabinen darin. Kuskow zieht die Plastikvorhänge mit Pinguin-Druck auf und zeigt die glänzenden Wannen. „Hier sollen sich künftig 70 Menschen pro Tag duschen können“, sagt der Leiter der Obdachlosenhilfe. Doch obwohl der fahrbare Waschraum in der russischen Hauptstadt dringend benötigt wird, steht er seit Monaten unbenutzt im Hof. Die notwendigen Genehmigungen stehen aus. Wo der Wagen einmal stehen kann, ist noch völlig unklar. Mit dem Kauf sei leider erst die Hälfte der Probleme gelöst, klagt Kuskow.

In Moskau leben nach unterschiedlichen Schätzungen zwischen 10.000 und 50.000 Menschen auf der Straße. Gerade bei winterlicher Kälte und Schnee sind sie auf Hilfsangebote angewiesen. Doch nur drei städtische Anlaufstellen bieten Waschmöglichkeiten für Wohnungslose. Einer dieser Räume liegt im Zentrum, zwei weitere am Rande der Millionenmetropole. „Die Obdachlosen haben große Schwierigkeiten, dort überhaupt hinzukommen. Sind sie schmutzig, werden sie oft gar nicht in die U-Bahn gelassen. Es ist ein Teufelskreis“, sagt Kuskow.

Er weiß, dass die Kapazitäten der Anlaufstellen ohnehin nicht ausreichen würden. Jeder der städtischen Duschräume könne maximal 100 Menschen pro Tag versorgen, insgesamt höchstens 1.800 pro Woche, sagt der junge Familienvater, der seit mehreren Jahren in der Obdachlosenhilfe der russisch-orthodoxen Diakonie arbeitet.
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Mit kleinen Schritten ein großes Ziel erreichen

Von Caroline Leicht
Seit einem Jahr bin ich Mitglied bei SOCK Homelessness, einer Organisation in New Hampshire, USA, die sich aus einem schulischen Projekt entwickelt hat. Gemeinsam mit amerikanischen Schülerinnen und Schülern arbeite ich an der Website, am Blog und an anderen wichtigen Details.
Für mich bedeutet es sehr viel, ein Teil dieses Projekts in den USA zu sein. Und genau aus diesem Grund habe ich mich auch gefreut, als ein Obdachlosen-Projekt an meiner Schule, der Marienschule in Opladen, eingeführt wurde. Aber wo liegen die Unterschiede zwischen den beiden Ländern in der Sicht auf das Problem Obdachlosigkeit? In den Vereinigten Staaten von Amerika hat jeder Mensch das Recht darauf, sich bei einem sogenannten „Shelter“ zu melden, wo den Obdachlosen ein Schlafplatz geboten wird. Zudem wird ihnen dort warmes Essen und die nötige Versorgung angeboten. Die Hilfe von „Sheltern“ ist ein grundlegendes Menschenrecht in den USA. Eine Information zur Größenordnung: Ungefähr 3,5 Millionen Menschen pro Jahr erleben in den USA am eigenen Körper, was es heißt, obdachlos zu sein. Kansas ist mit 1892 Obdachlosen der Staat mit der niedrigsten Rate an obdachlosen Menschen (0,7 Prozent sind obdachlos).
Dagegen ist Nevada mit 14478 Obdachlosen der Staat mit der höchsten Rate an obdachlosen Menschen (55 Prozent aller Einwohner sind obdachlos). New Hampshire, der Staat, in dem SOCK Homelessness gegründet wurde, liegt auf Platz 35 unter den Staaten der USA: 12 Prozent der Einwohner sind dort obdachlos. In Deutschland hat jedes Bundesland gemäß dem Föderalismusprinzip seine eigenen Regelungen für die Obdachlosigkeit.
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Joakim Eskildsen: American Realities

Längst gilt Amerika nicht mehr als das Land, wo Fleiss und zäher Wille über kurz oder lang belohnt werden. Die Zahl der «working poor» und der vom Arbeitsmarkt endgültig Ausgespuckten steigt an, das Sozialsystem ist mit der grassierenden Armut zunehmend überfordert. Der dänische Fotograf Joakim Eskildsen hat sich in diesen neuen «amerikanischen Realitäten» umgesehen.

Angela Schader

Viele Europäer, schreibt die «Time»-Reporterin Natasha Dell Toro in ihrem Begleittext zu Joakim Eskildsens Fotoserie «American Realities», seien noch mit einem nachgerade mythischen Amerikabild aufgewachsen. «Aber wenn man einmal nachzuforschen beginnt, realisiert man, dass es hier überall arme Menschen gibt. Allerdings kann man durchs ganze Leben gehen, ohne ihrer gewahr zu werden – bis man selbst um Essensmarken ansteht.» Für diejenigen, denen diese Erfahrung bisher erspart geblieben ist, hat ein Lokalbüro der amerikanischen Hilfsorganisation United Way ein einschlägiges Programm zur Sensibilisierung für die versteckte Armut konzipiert. Wer daran teilnimmt, muss bestimmte ganz alltägliche Situationen und Problemstellungen bewältigen, allerdings unter den Konditionen, die sozial Benachteiligten auferlegt sind. Viele hätten frustriert und wütend das Handtuch geschmissen, noch bevor die Liste abgearbeitet gewesen sei.
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Obdachlosigkeit ist in Ungarn strafbar

Wer keinen festen Wohnsitz hat und draußen schläft, der kann mit Bußgeld oder Gefängnis bestraft werden. So will es ein Gesetz, das seit Anfang Dezember in Kraft ist. Bei vielen Betroffenen sorgt das für Unverständnis.

Die Obdachlose Julianna Szvett sucht seit Jahren Schutz im Wald in einer Höhle bei Budapest: “Menschen ins Gefängnis zu stecken, weil sie draußen schlafen, ist unglaublich. Wo sollen diese armen Leute schlafen, wenn sie keinen besseren Platz haben? Wie sollen sie die Strafen für’s Draußen-Schlafen bezahlen?”
Der Vorstoß geht auf die konservative Regierung der Fidesz-Partei zurück. Ausgearbeitet wurde das Konzept vom Bürgermeister des 8. Bezirks in Budapest, Mate Kocsis. Er spricht von Vorbeugung: “Niemand wurde ins Gefängnis gesteckt, niemand musste Strafe zahlen, weil er obdachlos ist. Das sind alles falsch verstandene Aussagen. Wer unser Gesamtpaket ablehnt, der wiederholt diese Aussagen natürlich gerne, aber sie sind falsch.”
Im U-Bahn-Schacht in Budapest erzählt Rieger Ildiko von anderen Erfahrungen mit der Polizei: “Sie sagten mir, ich solle aufstehen, sonst müsste ich 160 Euro Strafe zahlen. Ich war nur gerade dabei, eine Zigarette zu rauchen.”
Die Alternative sind Unterkünfte für Obdachlose, allerdings gibt es davon bisher nicht genug. Allein in Budapest leben laut Schätzungen achttausend Menschen auf der Straße.
(Quelle: Euronews)

Die Krise macht hunderttausende Spanier obdachlos

Viele Spanier können in der Krise ihre Hypotheken nicht zahlen und sind nach der Zwangsräumung obdachlos. Tausende Kinder müssen ins Heim. Nun formiert sich Widerstand.
Francisco G. sitzt im vierten Stock eines tristen Wohnblocks in der Calle Gladiolo und wartet. Darauf, dass ihn Gerichtsvollzieher aus seiner eigenen Wohnung werfen werden. Es ist neun Uhr morgens, um zehn werden sie kommen. „Das Einzige, was in Spanien pünktlich beginnt, vom Stierkampf einmal abgesehen, sind Zwangsräumungen“, scherzt er bitter. Francisco ist erst 52 Jahre alt, aber er sieht viel älter aus.
Vor fünf Jahren hat er sich diese Immobilie im Madrider Südbezirk Getafe gekauft, als die Preise wegen des unkontrollierten Booms auf historische Höchststände geklettert waren. Die Bank gab ihm einen Kredit von 205.000 Euro, seinerzeit kein Problem, denn als Chefkellner in einem Madrider Restaurant verdiente er ganz anständig. Doch alles änderte sich ein Jahr später.
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Fast 200 Kältetote in Ungarn

Traurige Statistik: In Ungarn sind seit Oktober 196 Menschen erfroren, davon allein 156 Personen im Dezember. Neben Obdachlosen sterben zunehmend verarmte Menschen in ihren unbeheizten Wohnungen den Kältetod.
Immer mehr Menschen erfrieren in Ungarn, weil sie sich die Heizkosten für ihre Wohnung nicht mehr leisten können. Wie das Internetportal „hir24.hu“ am Mittwoch unter Berufung auf die ungarische Polizei berichtet, greift in Ungarn offenbar die Armut um sich. So seien unter den meisten Kälteopfern Obdachlose zu beklagen, jedoch würden zunehmend auch völlig verarmte Menschen in ihren ungeheizten Wohnungen erfrieren, hieß es in dem Bericht. Im vergangenen Winter waren nach den Polizei-Statistiken insgesamt 183 Menschen durch die Kälte gestorben.
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1,6 Millionen Kinder in den USA sind obdachlos

In den USA leben einer Untersuchung zufolge immer mehr Kinder ohne ein festes Dach über dem Kopf. Im vergangenen Jahr galten 1,6 Millionen Kinder in den Vereinigten Staaten als obdachlos, wie eine am Montag (Ortszeit) veröffentlichte Studie des Nationalen Zentrums für obdachlose Familien ergab. Diese Kinder lebten in Parks, verlassenen Häusern, Autos oder anderen behelfsmäßigen Unterschlüpfen. In vier Jahren sei die Zahl der obdachlosen Kinder in den USA um 38 Prozent gestiegen, heißt es in der Studie. Es sei nicht überraschend, dass mit der Wirtschaftskrise das Risiko für Kinder, obdachlos zu werden, angestiegen sei.
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Es geht nicht um viel. Es geht um alles

Die Rechnung ist ganz einfach: Wenn jeder von uns nur ein bisschen was beiträgt, ist die Weltarmut so gut wie beseitigt. Also: Was hindert uns daran?
Als Kevin Salwen seine 14 Jahre alte Tochter Hannah von einer Party abholte, fiel ihr beim Stopp an einer roten Ampel ein Obdachloser mit einem handgemalten Schild auf: »Hungrig! Obdachlos!« Ein alltäglicher Anblick in einer amerikanischen Großstadt wie Atlanta. Gleichzeitig hielt rechts neben ihnen ein schwarzes Mercedes-Cabrio. Hannah schaute auf den Obdachlosen, dann zurück zum Mercedes und sprach den Gedanken aus, der ihr durch den Kopf schoss: »Wenn der Mann in dem Mercedes kein so schönes Auto hätte, könnte der Obdachlose etwas zu essen haben.« Ihr Vater, ein Journalist, schoss genauso impulsiv zurück: »Wenn WIR kein so schönes Auto hätten, könnte der was zu essen haben.«

Eltern von Teenagern sollten diese Ausgabe des SZ-Magazins möglicherweise nicht unbeaufsichtigt zu Hause rumliegen lassen. Hannahs Eltern jedenfalls mussten sich und ihren Lebensstil nach jenem Ampel-Stopp in hitzigen Diskussionen verteidigen: Sie würden doch bereits in einer Suppenküche aushelfen, argumentierten sie, und einem Wohlfahrtsverein spenden. Hannah verdrehte nur die Augen. »Was schlägst du denn vor? Sollen wir vielleicht unser Haus verkaufen?«, fragte ihre Mutter Joan, eine ehemalige Unternehmensberaterin, genervt. Sie war sich sicher: Der Idealismus der Tochter würde spätestens bei deren coolen Kinderzimmer mit der goldenen Zimmerdecke verebben.
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Spanien sitzt auf der Straße

Tausende spanische Familien müssen ihre Wohnungen verlassen, weil sie Opfer der Arbeitslosigkeit, der Immobilienblase und zu lockerer Bankkredite geworden sind. Die Krise zeigt, wie reformbedürftig das Kreditssystem ist.

Es sind keine Bettler oder Drogenabhängige und auch keine illegalen Einwanderer. In Spanien steigt die Anzahl der “Obdachlosen” immer mehr. Sie haben ihre Arbeit, ihre Wohnung, ihre Möbel, ihre Illusionen und ihre Hoffnung verloren und sind bis an ihr Lebensende verschuldet.

Paradoxerweise ist es nicht das Schlimmste, keine Wohnung mehr zu haben, sondern was danach kommt. “Für den Rest meines Lebens darf ich kein Gut auf meinen Namen besitzen”, klagt Elena Parronda. Ihr Mann steht ihr zur Seite in ihrer Wohnung im Madrider Vorort Meco, die sie gerade verlieren. “Ich darf kein Gehalt mehr beziehen, keinen Telefonvertrag mehr abschließen und weder ein Auto kaufen noch Miete zahlen”.

Das einzige Verbrechen, das dieses Ehepaar der Mittelklasse begangen hat, ist arbeitslos geworden zu sein. Frau Parrondas Mann hatte ein gutes Gehalt im Bauwesen; im November 2010 wurde ihm aber gekündigt. Eines Tages konnte die 42-jährige Frau ihren vier Kindern nichts mehr zu essen geben. Daher fasste sie eine schwere Entscheidung und beschloss, den Immobilienkredit nicht mehr zurück zu zahlen.
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Obdachlos im Herzen Europas

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Brüssel – Das Europaviertel gehört zu den Toplagen in Brüssel, und dort hat sich Claude de Joncker einen der exquisitesten Flecken ausgesucht: Der 37-Jährige wohnt genau zwischen Schloss Neuschwanstein und dem Europäischen Parlament. Neuschwanstein oder gar “Neuwahnstein”, das ist der Spitzname der imposanten Bayerischen Landesvertretung, auf deren Fassade der Belgier einen guten Blick hat. Direkt gegenüber legen sich das wuchtige, verglaste Hauptgebäude des EU-Parlaments und der Flügel mit Plenarsaal und Präsidentenbüro um de Jonckers Zuhause.

Dass an solch prominenter Stelle jemand wohnt, wissen die wenigsten. Denn de Joncker ist obdachlos, und sein Zuhause ein Zelt, versteckt in schulterhohen Büschen im Ausläufer des Léopold-Parks. Man sieht es nur aus der Vogelperspektive, wenn man in einem der oberen Stockwerke des Parlaments aus dem Fenster schaut.

Wer de Joncker besuchen will, nimmt einen Pfad zum Parlamentseingang für Besuchergruppen und schlägt sich dann unvermittelt ins Gebüsch. Der Hund Laïos und sein Herrchen sind Besuch nicht gewohnt und misstrauisch. Schließlich bietet de Joncker einen wackligen Sperrmüllstuhl an, und der vierbeinige Namensvetter von Ödipus’ Vater legt sich auf ein zerfetztes Sofa neben dem Zelt.
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